informatica08

Das Jahr der Informatik in der Schweiz

“1. Halbzeit”

Verfasst von informatica08 am Juni 9, 2008

Stimmig zum Auftakt der EM ist das Jahr der Informatik in die 2. Halbzeit gestartet.

Nach überspringen der Halbzeitspause, die sich die informatica08 bereits zu Beginn der 1. Halbzeit gegönnt hat (der Startschuss fand am 28. Januar 2008 statt), hat sie auch dann keinen glanzvollen Start hingelegt. Erst fast gegen Ende der 1. Halbzeit kam Bewegung ins Spiel. Angesprochene Projekte, Veranstaltungen wurden realisiert und werden, wie in einem früheren Blog vorgestellt, noch stattfinden.

Zwischenstand nach der ersten Halbzeit deshalb schätzungsweise immer noch knapp 0:0.

In Deutschland war 2006 zum Jahr der Informatik ernannt worden, mit ziemlich ernüchtender Bilanz. Der Arikel aus der Berliner Morgenpost beginnt mit der niederschlagenden Analyse: “fast keiner hat es gemerkt“. Hauptziel war die Bevölkerung auf die IT aufmerksam zu machen, aber irgendwie ist es den Initianten nicht geglückt den Funken “rüber springen” zu lassen. Das Jahr, so scheint es, war geprägt von organisatorischen Schwierigkeiten, der “IT-Gipfel” fand beispielsweise erst fast am Jahresende statt.

Die informatica08 hat sich im Vorfeld ähnliche Ziele gesetzt:

  • Bedeutung der Informatik in der Öffentlichkeit bewusst machen
  • Interesse der Jugendlichen für ein attraktives Berufsfeld wecken

Um die Möglichkeiten, Aktionsfelder der informatica08 besser fassen zu können:
eine kurze Gegenüberstellung der Problembereiche, mit denen sich die informatica08 konfrontiert sieht und den von ihnen gewählten Aktionen um eine Kehrtwende zu bewirken. Oder kurz “Goalchancen“, die sich die informatica08 zu erspielen erhofft.

Trotz “holprigem” Einstieg, tippe ich auf ein 0:1 für die informatica08. Ein Haupgoal ist es die Jugendlichen für Informatik zu interessieren und meiner Meinung nach sind sie auf dem besten Wege, dies zu realisieren. Ein gutes Anzeichen dafür sind Medienmitteilung wie: “Beiträge des Robotikwettbewerbs überraschen”, aber auch die Roadshow ist auf gutem Wege. Für eine positive Entwicklung spricht auch das Medienecho und zeigt, dass im Bereich Öffentlichkeitsarbeit einiges im Gange ist.

Wie Bundesrätin Leuthard in ihrer Eröffnungsrede gesagt hat: “2008 soll Initalzündung und Katalysator werden für eine eigentliche Informatik-Revolution in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.” Oder mit den Worten von Hölzle:

Beginning des turn arounds.”

[Mit diesem Statement schliesse ich meinen Blog. Trotz der intensiven Beschäftigung mit diesem Thema, werde ich wohl immer wieder einmal die Homepage der informatica08 checken um auf dem Laufenden zu bleiben, was alles noch so läuft. ;o)

Dagegen bin ich weniger traurig, dass dies mein letzter Blogeintrag zum Thema ist und auch sonst wohl lange mein letzter sein wird.;o)]

Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar »

“War for Talents”

Verfasst von informatica08 am Juni 4, 2008

Ein Artikel aus der India Today trägt den Titel “IT hurts”.

In den letzten Jahren ist Indien zum wichtigsten Offshoring-Standort im IT-Bereich geworden. Indien mutiert sozusagen zum verlängerten Büro der westlichen Staaten. Wurde zu Beginn des 21 Jh. vor allem aus kostengründen IT-Bereiche ins Ausland expandiert, grösstenteils nach Indien aber auch nach Osteuropa, werden heute weitere Bereiche aus Nachwuchsengpässen ausgegliedert. Indien verfügt über einen riesigen Pool an Hochschulabsolventen, innerhalb von 5 Jahren (2000- 2005) hat sich die Zahl der Beschäftigte im IT-Bereich mehr als verdreifacht, von knapp 200′000 auf 700′000. Indien repräsentiert derzeit 44% des globalen Marktes für IT-Offshoring.
Die Umsätze Indiens belaufen sich 2004/05 auf gut USD 28 Mrd. In Bangalore- dem Mekka des IT-Outsourcing arbeiten über 150′000 IT-Fachleute, das sind mehr als im Silicon Valley.

Indien hat ihre Vormachtstellung aus gutem Grund:

  • sie verfügen über gut ausgebildete englischsprachige Fachkräkfte -> die zu niedrigen Löhnen arbeiten
  • verfügen über ein gutes globales Netzwerk, auf indischen Emigranten gegründet
  • Wirtschaftspolitik die auf internationale Integration gerichtet ist

Mittlerweile fordert aber das Gesetz von Angebot und Nachfrage ihr Recht. Mit der steigenden Nachfrage nach indischen IT-Dienstleistungen, steigt auch ihr Preis. Logische Konsequenz : Outsourcing- bedürftige IT-Firmen wagen sich in andere Länder vor, wie zum Beispiel China oder Rumänien, die noch preiswertere Programmierer als Indien zu bieten haben. Wie nach dem Dominoprinzip scheint die Suche nach dem preiswertesten Outsourcing-Dienstleister zu funktionieren. Westliche Firmen lagern ihre Produktion nach Indien aus und die Inder shoren nach China und Mexiko off. Der indische Informatik-Riese TCS will in den nächsten fünf Jahren bis zu 5′000 Leute in Mexiko anstellen. Grund für die Wahl des Standortes ist die Nähe zum US-Markt, für den man für einmal nicht offshoring- sondern “near-shoring”-Dienstlestungen anbieten will. Ein wichtiger Grund ist zudem der starke Anstieg der indischen Rupie und dass die Kosten für IT-Spezialisten in Indien rasant steigt, während der IT-Fachkräftepool kleiner wird.

Neben diesen Entwicklungen hat die IT-Industrie Indiens mit anderen Problemen zu kämpfen, wie der Artikel “IT hurts” thematisiert. Gegen Aussen besteht das Image von guten Gehältern, hi-tech Büros, Reisen, stillvollen Wohnungen und Autos, die IT-Spezialisten leben den “indischen Traum”. Die Realität sieht etwas anders aus. Indiens IT-Fachleute leiden unter extremen Druck. Massive psychische Probleme sind weit verbreitet. Das “National Institute for Mental Health and Neurosciences” (NIMHANS) hat im Dezember 2007 eine Studie durchgeführt. Rund ein Zehntel der indischen Informatiker/innen berichten von psychischen Erkrankungen und 5 % haben schon Selbstmordgedanken gehegt.

Hauptursache für dieses Dilemma stellen die Zeitunterschiede zu den Kunden in EU und USA dar. Mitternächtliche Konferenzschaltungen, Nachtschichten, Reisen,.. machen ein “normales” Alltagsleben unmöglich. Familienleben werden zerstört und für Alltägliches bleibt keine Energie mehr. Gemäss der India Today sind namhafte Firmen wie zum Beispiel Oracle dazu übergegangen ihren Angestellten psychologische Betreuung zur Seite zu stellen und Anti-Stress-Workshops durchzuführen.

Variante für den Stress-Abbau?!

Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar »

Silicon Valley Europas

Verfasst von informatica08 am Mai 12, 2008

Hölzle (Goggle Chef, Zürich) hat in seiner Eröffnungsrede des IT-Summit gemeint: “Zürich könnte das Silicon Valley Europas sein”

Ein bisschen erstaunt war ich bei dieser Äusserung von Hölzle schon. Es hat sich darum immer mehr die Frage aufgedrängt, wie wichtig ist eigentlich die IT-Branche für die Schweiz?Bis jetzt Stand immer der Mangel an IT Fachkräfte im Vordergrund. Aber ist die IT-Branche wirklich der Wachstumsmotor des Wirtschaftsstandorts Schweiz? Spannend ist die Frage vor allem auch deshalb, da es bis jetzt eigentlich kein Zahlenmaterial zur Bedeutung der Informatik in der Schweiz gegeben hat.informatica08 ,das Erste mal aus. Sie erstellt eine Reihe von Indikatoren: «die Indikatoren zur Informationsgesellschaft», wie z.Bsp. Beschäftigte, Handelsstatistik und Wachstumsbeitrag.

Die Bedeutung der IT-Industrie kurz in Zahlen:

  • die IT trägt 8% vom BIP bei
  • die Informatikausgaben in der Schweiz betragen 4′420 Fr. pro Kopf
  • es existieren 11′000 kleine und mittlere IT-Unternehmen in der Schweiz
  • 120′000 Beschäftigte in der IT-Branche, davon 70% Quereinsteiger
  • der Frauenanteil liegt bei 10%
  • auf 4′500 gesuchte IT-Fachleute treffen 3′000 Berufseinsteiger!

Wenn man sich nun die Zahlen aus dem Bereich der Beschäftigten etwas genauer ansieht, stechen einem zwei Dinge ins Auge. Jedes Jahr fehlen im Schnitt 1′500 IT-Fachkräfte, da wird auch ersichtlich, warum Zürich nicht das Silcion Valley Europas, trotz attraktivem IT-Standort, sein kann. Und dass rund 70% aller Beschäftigten ursprünglich Quereinsteiger sind, sogennante “0n-the-Job-Ausgebildete”. Sie bilden bis heute das eigentliche Rückgrat der IT-Branche.

Problem gelöst! Zürich kann gleichwohl noch das prestigeträchtige Silicon Valles Europas werden, so scheint es zumindest für einen Aussenstehenden. Um die fehlenden Fachleute abzudecken, bildet man mehr Leute “on-the-Job” aus und investiert in die Weiterbildung. Erstaunlicherweise aber spricht eigentlich niemand über das bestehende Reservoir von potentiellen Fachkräften, die bei den “on-the-job” ausgebildeten liegt.
Das Gegenteil ist anzutreffen. Quereinsteiger haben es zur Zeit nicht leicht Fuss zu fassen, sondern sind eher zur Persona non grata geworden.

Gründe, die eine Rolle spielen, sind einerseits die Weiterbildungskosten und andererseits liegt ein grosses Problem der Quereinsteiger in ihrer zu produkt- und anwendungsspezifischen Ausbildung. Wie Carl August Zehnder, emertierter Professor der ETH Zürich festhält:

” steigen Quereinsteiger meist direkt in einem bestimmten Umfeld der Informatik ein. Dort lernen sie im Alltagsgeschen das Nötige und geben sich Mühe dafür. Wenn sie keine ständige und systematische Weiterbildung betreiben, dann “versauern” sie mit den Jahren und kommen meist in die Krise, wenn grössere Systemwechsel anstehen.”

Um aber in der Informatik längerfristig mitzukommen, braucht es Konzeptwissen über Betriebs- und Datenbanksysteme, Programmiertechniken usw. Für einen Quereinstieg in die Informatik wird deshalb empfohlen zu Beginn eine 2-jährige berufsbegleitende Ausbildung als “Lehre für Erwachsene” zu absolvieren und wie die Lehrlinge mit dem eidg. Fähigkeitszeugnis “Informatiker/in” abzuschliessen. So sind Berufsumsteiger voll gerüstet und Lehr- oder Uni-Abgänger laufen ihnen nicht den Rang ab.

Ein kleiner Anreiz ist sicherlich auch den von futura.tv durchgeführte Lohncheck zur “Informatikbranche”.

Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar »

Brillenträger, zurückgezogen, trocken, intellektuell, fokussiert,

Verfasst von informatica08 am Mai 8, 2008

kalkulierend, strukturiert… ein Freak! So lautet das Ergebnis einer Strassenumfrage:” Wie würden sie den typischen Informatiker in Person beschreiben?”

Ein viel gehörtes und darüber zu lesendes “Trendwort”, ist das Image des Informatikers. Das schlechte Image ist ein Knackpunkt der die Berufswählenden davon abhält im Bereich der Informatik einen Beruf zu ergreifen. Die Jugendlichen erkennen nicht wie spannend das Berufsbild der Informatik eigentlich ist. (Siehe auch den Blogeintrag “Bidlungspolitik?”) Die Informatik bietet eine Vielzahl von abwechslungsreichen Arbeitsinhalten und verbindet verschiedene Berufe in Einem. Teamarbeit (keine Einzelkämpfer), Projektmitarbeit, Applikationen austesten,… sind nur einige geforderten Skills, wie Google Chef Hölzle bereits bei der Eröffnung des IT-Summits in Zürich geworben hat.

Warum interessieren sich dann nicht mehr Jugendliche für die IT-Branche? Noch schlechter als ein schlechtes Image, ist nämlich gar kein Image! IT ist längst zur Gewohnheit geworden und die Jugendlichen können sich meistens nichts Konkretes unter Informatik vorstellen oder wie schon früher erwähnt wird IT als nicht spannende Materie empfunden.

Auf einen ähnlichen Punkt läuft die Abwesenheit der Frauen in der IT hinaus. Heute beträgt der Anteil der Informatikerinnen gerade mal 10 %. Futura.tv widmet sich in ihrem Beitrag: Informatik Studentinnen gesucht dem Frauenmangel in der IT sowie der Artikel von inside-it.ch thematisiert, warum es (fast) keine Frauen in der Schweizer Informatik hat.

Analyse-Ansätze

  • Image: Informatiker sind “Langebrödler”, wortkarge Zeitgenossen, schaffen für sich
  • Sozialisierung im Kindergarten: Knaben spielen mit technischem Spielzeug, Mädchen mit Puppen
  • Vorstellung vom überarbeiteten Programmierer, der Tag und Nacht in seinem Kämmerchen sitzt
  • Fehlen von frauengerechten Arbeitszeitmodellen

Lösungsansätze

  • Technik-Soap!Tv-Serien über Spitäler und Anwältinnen, sind heute für Mädchen eine erstrebenswerte Option, Möglichkeit das niedrige Prestige der IT zu heben
  • Kommunizieren, wie wichtig der Anteil von Dienstleistung und Kommunikation bei der Entwicklung von IT-Lösungen sind
  • Informatik eignet sich gut für Teizeitmodelle

Im Februar hat die ETH zum 17. Mal ein fünftägiges “Schnupperstudium” für interessierte Schülerinnen angeboten. Mit dem Schnupperstudium wird versucht Vorurteile abzubauen und einen möglichst umfassenden Einblick in verschiedenste Gebiete der IT zu geben. Es soll aber auch Einblicke in die gestalterischen und visionären Möglichkeiten des Informatikberufes geben.

Wieviel das Schnupperstudium wirklich bringt, ist seitens der ETH schwer abzuschätzen. Es fungiert aber sicherlich als Entscheidungshilfe und damit ist man meiner Ansicht auf dem richtigen Weg.

Das nächste Schnupperstudium findet am 1. - 5. September 2008 statt.

Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar »

Faszinieren mit Projekten

Verfasst von informatica08 am April 30, 2008

Ein zentrales Anliegen der informatica08 ist es, Kids für die Informatik zu faszinieren. Neben den 4 Hauptanlässen, darunter der Tag der Informatik im August, macht die informatica08, mittels einer breiten Palette, auf das Spektrum der IT aufmerksam. Fit in IT-Roadshow wendet sich an Mittelschüler, denen die Spannbreite und beruflichen Möglichkeiten der IT-Branche aufgezeigt wird. Auf der Website I learn it werden ab April! grundlegende Konzepte der Informatik zu entdecken und auszuprobieren sein. Euroby08: Roboterfussball, mehr muss man dazu wohl nicht sagen :O). Wikimedia-informatica08 soll die Thematik des OpenSource und des OpenContent bewusster machen. Prominente schreiben über Prominente, Kuno Lauener schreibt über Büne Huber, werben somit für Wikipedia und dem Geist des “Freien Wissen”. Am Schluss muss ich vielleicht noch Scratch erwähnen, um den kurzen Rundgang durch einige Projekte der informatica08 zu beenden. Scratch ist eine Programmierplattform, die einen einfachen Einstieg in die Welt des Programmierens bietet und die Faszination zu wecken hilft, das das Instrument darstellt die Welt zu gestalten. Einen Schritt weiter geht Avalog Chef, der  “Technikbaukästen im Kindergarten” als ein Mittel sieht, um bereits früh die Kreativität und das Verständnis für technische und mathematische Grundlagen zu fördern.

Auf der Plattform der informatica08 sind unter der Rubrik Events, Links zu Vorträge zu finden, zu Themen wie Internetsicherheit, Accessibility, IT-Competence, IT und Umwelt,…

Im Jahr der Informatik sind Projekte initialisiert worden oder werden noch gestartet, die vor allem für die Materie der Informatik zu interessieren versuchen. Einen anderen Ansatzpunkt hat Google gewählt, in dem sie bei der Eröffnung ihrer Europa-Zentrale in Zürich in einem Videoausschnitt ihr Büroraumkonzept veröffentlicht und allen voraus, die angenehmen Arbeitsbedingungen bei Google aufzeigen will.

Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar »

Bildungspolitik?

Verfasst von informatica08 am April 10, 2008

Beim durchforsten verschiedenster Quellen zum Thema informatica08, stösst man immer wieder auf denselben Aufhänger, wie den folgenden aus der NZZ vom 29.02.2008: „Verfehlte Bildungspolitik lässt die Informatik verkümmern.“ Angesprochen wird damit die Problematik, ist Informatikunterricht an den Schulen nötig, allen voran an den Mittelschulen? Wie viel Informatik braucht es an den Schulen, um der Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnik im Alltag gerecht zu werden? In den Mittelschulen ist die Ausrichtung des Informatikunterrichts zu einer Vermittlung von kurzlebigen Anwenderkenntnissen gekippt, es findet eine eigentliche Produkteschulung statt. Zurück zu führen ist diese Entwicklung auf die Änderung des Maturitätsanerkennungsreglements (MAR) von 1995, in dem die Informatik, als eigenständiges Fach abgeschafft worden ist. Laut dem Rahmenlehrplan von 1994 soll die Informatik in andere Fächer eingebaut werden. Dies hat zu der heutigen Situation geführt, dass an den meisten Mittelschulen, der Informatikunterricht zu einer reinen „Warenkunde“ zurück gestuft worden ist. Gründe dafür sind die mangelhaft ausgebildeten und überforderten Lehrpersonen, da es kein Pflichtfach Informatik mehr gibt und die Informatik beispielsweise im Geschichtsunterricht mit vermittelt werden soll, sowie ungeeigneten Lehrmitten, die eher in Form von Bedienungsanleitungen daher kommen.

Letztes Jahr hat nun der Bundesrat und die Erziehungsdirektorenkonferenz der Einführung eines Ergänzungsfaches Informatik zugestimmt und eine Teilrevision des MAR beschlossen. Ab dem Schuljahr 08/09 sollen die Schüler/innen das Ergänzungsfach wählen können. Dies ist gemäss ETH-Professor Juraj Hromkovic (in seinem Artikel : “ein Plädoyer für den Programmieruntericht” nachzulesen) ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber noch nicht aus. Anzustreben ist nicht nur die Informatik als Ergänzungsfach, sondern auch als Schwerpunkt- und Grundlagenfach, um so langlebige Hintergrundkenntnisse zu vermitteln. Ein zeitgemässer IT-Unterricht sollte Informatikgrundlagen und –anwendungen beinhalten. Diese Mischung kann das Missverständnis des Informatikunterrichts korrigieren helfen, dass es bei der Informatik nicht „nur“ um das Erlernen von Informatikmitteln geht. Gemäss Hromkovic, (Digitalk 36: Programmier- Unterricht an der Schule vom 05.10.2007) „sind viele Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der Meinung, dass Informatik zu einfach zum studieren sei, sie wollen ein „richtiges“ Fach studieren, welches eine echte Herausforderung darstellt.“ Er sieht eine Möglichkeit darin die Informatik in die allgemeine Bildung einfliessen zu lassen, in dem man bei den Jugendlichen die Freude am Programmieren entwickeln lässt, durch faszinierende Problemstellungen, die man durch abstrahieren, planen, was schafft man, was nicht, zu lösen versucht. Darüber hinaus wird dadurch die Kommunikationskompetenz gefördert, da die Vorgehensweise genau ausformuliert werden muss, um mit den „Maschinen“ kommunizieren zu können.

Die ETH nimmt in der Bildungspolitik eine Führungsrolle ein. Sie hat mit dem Kompetenz- und Beratungszentrum für Informatikunterricht eine Plattform geschaffen, um den Nachwuchs zu fördern, indem sie zum Beispiel kostenlosen Unterricht an Mittelschulen anbietet. Seit 2006 bietet die ETH zudem einen Studiengang auf der Basis eines MAS für Informatiklehrkräfte an.

Quelle: www.ict-21.ch

Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar »

Informationsgesellschaft - Informatik

Verfasst von informatica08 am April 2, 2008

Der Wandel von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft ist durch die Revolutionierung auf dem Gebiet der Informationstechnik in vollem Gange. (Rödiger, 2002). Seit den 90er Jahren hat sich die Arbeitswelt und die Gesellschaft aufgrund neuer Informations- und Kommunikationstechnologien verändert. Entstanden oder im entstehen ist die Informationsgesellschaft. Damit sich eine Gesellschaft auf Information als Rohstoff und damit auf einen vierten Produktionsfaktor abzustützen kann, braucht es unter anderem den leichten Zugang und die schnelle Verbreitung von Information. Die “neue ” Gesellschaft zeichnet sich durch die Entwicklung dieser Informationstechnik aus. Nach Keller (1999) steht die Informationsgesellschaft also für die Entwicklung der Informationstechnik et vice versa.

Google Chef Hölzle untermauert in seinem Referat am IT-Summit die Aussage: “IT prägt den Alltag.” Ohne IT hätte die Informationsgesellschaft nicht entstehen können, in der die Gewinnung, Speicherung, Verarbeitung, Vermittlung, Verbreitung und Nutzen von Information einschliesschlich des Austausches in Communities und immer neueren und technischeren Kommunikationswegen eine gewichtige Rolle spielen. Die Informatik nimmt einen tragenden Stellenwert ein und gestaltet unser Leben. Ihre technische Mittel ermöglichen es jedem sich aktiv und gezielt zu informieren, sei es im Bereich “Infotainment” oder Fachinformation. IT prägt unseren Alltag und eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Der Computer wird zur Quelle der Information. (Rüdiger, 2002).

IT ist der Innovations- und Wachstumsmotor, der die Informatisierung ermöglicht und die Datenautobahn, Infrastruktur dazu liefert.
Trotz aller Vorteile: Bequemlichkeit, Schnelligkeit, Auswahl und die Grenzen von Raum und Zeit, die grundlegend aufgelöst werden (Kubicek, 1999), überfordert die rasche Entwicklung “viele”. Ich stelle mir dabei ein ähnliches “handling” beim Ausprobieren von neuen Gadgets vor, wie es das Krümmelmonster beim Computer an den Tag legt.

Quellen
Keller, C. (1999). Anmerkungen zu Theorie und Praxis der “Informationsgesellschaft”. FifF-Kommunikation. 16. Nr.1, S. 21-27.
Kubicek, H. (1999). Möglichkeiten und Gefahren der “Informationsgesellschaft”. Tübinger Studientexte Informatik und Gesellschaft. Tübingen.
Rödiger,K-H. (2002). Informationsgesellschaft in - Informatik & Gesellschaft out?. GI Gesellschaft für Informatik (Hrsg.). Informatiktage - Fachwissenschaftlicher Informatik- Kongress. Leinfelden. S. 25-33.

Veröffentlicht in Uncategorized | 2 Kommentare »

Nachtrag zu Microsoft

Verfasst von informatica08 am März 28, 2008

US-IT-Riesen gegen ICTSwitzerland, so lautet eine Schlagzeile von inside-it.ch. Wie es scheint, geht der Schlagabtausch in eine neue Runde. Grosse US-IT-Companies gedenken anscheinend einen eigenen Lobby-Verband unter dem Namen “Swiss ICT Council” zu gründen, um die Hightech-Industrie in der Schweiz zu fördern, da die bisherigen Anstrengungen, gemeint ist vor allem die informatica08, “konzeptlose und sporadische Aktionen seien” und von IBM, HP, Microsoft, Canon, … nicht unterstützbar.

Wie Alfred Breu, Präsident Zürcher Lehrmeistervereiningung Informatik, richtig kommentiert, sollte man die Kräfte besser bündeln und zusammen arbeiten. Der “Swiss ICT Council” wird aber eher als “Drohkulisse” empfunden.

Veröffentlicht in Uncategorized | Keine Kommentare »

Microsoft? …

Verfasst von informatica08 am März 19, 2008

Trägerschaftskomitee, Patronat und Sponsoren ermöglichen/unterstützen die informatica08. Interessant ist ein Blick auf die Sponsorenliste. Schaut man sich diese Liste etwas genauer an, fallen gewichtige Sponsoren wie die Credit Suisse, Google, Migros und Avaloq auf, aber ebenso die prominenten Abwesenden. Ausser Google unterstützt  kein einziger internationaler Konzern, wie HP, Microsoft oder Fujitsu Siemens, das Projekt. Erstaunlich gerade deswegen, weil zum Beispiel die Microsoft oft als Förderer der Schweizer IT auftritt und beispielsweise Projekte wie “Schulen ans Netz” unterstützt. Gerade letzte Woche bin ich im CASH daily auf den Artikel “Microsoft: Millionen für Schweizer Unis ” gestossen, ein weiteres von Microsoft gesponsertes Projekt. Dabei geht es um das Forschungsprojekt “Innovation Cluster for Embedded Software” (ICES), sogenannte Kleinstcomputer, der ETH Zürich und EPFL Lausanne. Ziel sei es, dank der Unterstützung Schweizer Forscher, in diesem Markt vonanzukommen. Zu diesem Thema ist auf der Webseite der ETH der Artikel zu finden: “Gemeinsam “eingebettete” Software entwickeln“.  Das Projekt soll den Wissenstransfer zwischen Hochschule und Wirtschaft fördern und gleichzeitig Anreize für junge Informatiker setzen.

Microsoft setzt sich so gezielt für die Belange des Informatik-Standortes Schweiz ein und will mit der Intiative die Chance ergreifen einen Beitrag zu leisten, ein Zeichen zu setzen und auf die Thematik IT-Schweiz aufmerksam  machen.

Oder basiert das gestartete Projekt mehr auf Eigeninteresse, wie Hugenschmidt in seinem inside-it.ch Artikel darlegt: “Microsoft investiert zwar viel Geld, wird aber im Gegenzug zu Grundlagenforschung kommen, wie Microsoft-Software in “eingebetteten” Systemen eingesetzt werden können…”? 

Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar »

“Was ist Informatik?”

Verfasst von informatica08 am März 5, 2008

Ein Versuch!

Auf der Startseite der Homepage  informatica08 war die Frage zu lesen “Was ist Informatik?”. Zuerst erschien mir die Frage etwas “banal”, im Sinne, das weiss doch jeder. Oder doch nicht ganz? Auf YouTube habe ich eine Strassenumfrage gefunden, die unter anderem genau diese Frage einigen Passanten gestellt hat. Grob zusammengefasst, setzten die befragten Passanten den Begriff Informatik meistens mit Computer, Software und Datenverarbeitung gleich.Die deutsche Gesellschaft für Informatik (GI) hat in einem Arbeitspapier (2006) Informatik wie folgt definiert:
“Informatik – das ist die Faszination, sich die Welt der Information und
des symbolisierten Wissens zu erschließen und dienstbar zu machen.”

Oder wie im Magazin der informatica08 nachzulesen ist:
Im Zentrum der Informatik steht die Behandlung von Information. Sie ist der “Stoff” mit dem sich die Informatik beschäftigt und ist grundsätzlich immateriell. Informationen müssen erzeugt, dargestellt, verarbeitet, verwendet und abgelegt werden. Die Instrumente, die es für den Umgang mit diesem “Stoff” braucht, sind teilweise immaterieller (Programme) oder materieller (Hardware) Natur. Durch das Zusammenspiel dieser beiden Komponente wird die Nutzung der Informatik möglich. Informatik schafft neue Zugänge, neue Sitten, Denkmodelle, ist Kern und Motor der heutigen Weiterbewegung und Innovation.

Der Aspekt des Immateriellen macht es schwierig die Spannbreite der Informatik richtig erfassen zu können und ihre Komplexität nachzuvollziehen. Informatik ist nicht nur mit dem Computer gleichzusetzen, sondern wirkt in alle Lebens- und Anwendungsbereiche. Wie ein Passant richtig gesagt hat:”Informatik ist überall”. Und gerade deshalb, ist es schwierig sich unter diesem Begriff etwas Konkretes vorzustellen. Ein klare Grenze zu ziehen ,wo sie beginnt und wo sie endet, ist nicht möglich.

Oder:
Informatik ist die Tätigkeit des Erschaffens von virtuellen Welten, in der durch Faszination alles möglich zu werden scheint.

Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar »